Karnevalslieder

Jupp Schlösser

Jupp Schlösser Jupp Schlösser war ein deutscher Sänger und Liedtexter, der sich auf kölsche Karnevalsschlager spezialisiert hatte. Einige seiner hochdeutschen Stimmungslieder erlangten auch überregionale Bedeutung.

Jupp Schlösser (26. Juli 1902 in Köln ; † 23. Februar 1983) war ein Interpret kölsche Lieder, der in der Tradition von Willi Ostermann stand. Wie er kam auch er aus kleinen Verhältnissen und wusste genau, was das kölsche „Jemöt un Hätz“ (Gemüt und Herz) verlangt. Gemeinsam mit Gerhard Jussenhoven und Jupp Schmitz schrieb er Lieder, die nicht nur eingängige Melodien sondern auch treffsichere Texte enthielten.

Viele dieser Lieder sind heute aktuell wie eh, sie drücken aus, was erlebt und empfunden wird. Das Spießbürgertum wird ebenso besungen (Die hinger de Jadinge ston un spinxe – die hinter den Gardinen stehen und beobachten) wie das Bestreben, sich nicht mehr bevormunden lassen zu wollen (Dr Molli – Mit uns macht keiner den Affen mehr). Man glaubt sogar, dass beide Lieder ursprünglich einen politischen Hintergrund hatten: Das Gardinenlied war wohl eine Anspielung auf die Überwachung während der Nazizeit, das Molli-Lied persiflierte die Gängelung durch den Staat..

Jupp SchlösserDas Repertoire Jupp Schlössers enthielt neben eingängigen Rhein- und Weinliedern (Gib acht auf den Jahrgang; Kornblumenblau, u.a.) Hymnen an Köln wie „De Hüsjer bunt om Aldermaat“ oder „Dat Glockespill vum Rothuusturm“, Lieder, die heute zur Karnevalszeit in aller Munde sind.

Der absolute Hit ist „Dat Blotwoosch-Leed“ (Blutwurstlied). Darin wird besungen, wer ein echter Kölner oder ein Zugewanderter, ein Imi, ist. Kölner ist nur der, der Blotwoosch fehlerfrei aussprechen kann.