Karnevalslieder

Bläck Fööss

Bömmel Lückerath Die Bläck Fööss sind die musikalischen Superstars des Kölner Karneval. Zu ihren erfolgreichsten Stücken zählen M'r losse d'r Dom en Kölle (Wir lassen den Dom in Köln), Et Spanien-Leed, In unserem Veedel und Drink doch eine met, die auch zu überregionalen Evergreens geworden sind.

Zur Band gehören:


  • Karl Friedrich „Kafi“ Biermann (seit 1995)
  • Ralph „Gus“ Gusovius (seit 1994)
  • Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath
  • Hartmut Reinhold Priess
  • Franz Peter Schütten
  • Ernst „Erry“ Josef Stoklosa
  • Andreas Wegener (seit 2005)
  • John Parsons
  • bekanntes Ex-Mitglied: Thomas "Tommy" Engel


Die Bläck Fööss und das Kölner Lebensgefühl


Seit nunmehr über 40 Jahren begeistern die Bläck Fööss die Kölner, die Menschen in der Region und darüber hinaus mit ihren Gesangsvorträgen. Ob im Karneval, bei Viertels- und Schulfesten, ob in der LanxessArena oder auch bei Fernsehausstrahlungen, das Publikum hält es nicht auf den Stühlen. Menschen jedweden Alters identifizieren sich mit den Liedinhalten, die Bläck Fööss treffen ihren Nerv.

Die Texte ihrer Lieder sind treffsichere Milieubeschreibungen; sie spiegeln das Lebensgefühl der Kölner, deren Sehnsucht und deren Heimatverbundenheit auf unnachahmliche Weise wider. Sie beschreiben das „Kölsche Hätz“. Nicht reißerische oder vordergründige, sondern punktgenaue Beschreibungen des Lebens in und für diese Stadt, manchmal melancholisch, zuweilen lustig, zeichnen die Texte aus. Man muss sehr genau zuhören.

Köln ist zwar eine Millionenstadt, doch der Kölner lebt und liebt besonders sein engeres Umfeld. In ihren Lieder „En unserem Veedel“ und „Am Beckendorfer Büdche“ bringen die Bläck Föös diese Liebe auf den Punkt. Bei „Drink doch eine met“ und „Loss mer uns verdrare“ wird die soziale Ader der Menschen in dieser Stadt beschrieben. Natürlich dürfen Rhein „Einmol im Johr kütt der Rhing us dem Bett“ und der Dom „Mer losse d`r Dom en Kölle“ nicht fehlen. Selbst Tod „Es gibt ein Leben nach dem Tod“ und Kirche „Ich wör su jään ens Weihbischof“ fehlen nicht im Repertoire.

Es lohnt sich, den Liedern der Bläck Fööss aufmerksam zuzuhören, ja selbst einmal die Liedtexte nachzulesen. Sie geben einen wunderbaren Einblick in die Kölner Mentalität, die jenseits allem Lauten von Bodenständigkeit, Heimatliebe, Weltoffenheit geprägt ist.

Die Lieder der Bläck Fööss können beileibe nicht nur zur Karnevalszeit Freude bereiten.

Bandgeschichte


Vor 1970 spielten die Mitglieder der Bläck Fööss in diversen lokalen Kölner Beat-Gruppen. Vorläufer-Bands der Bläck Fööss waren Singing End (Mitglieder: Rainer Pietsch, Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath und Hartmut Priess) und The Beat Stones (Erry Stocklosa, Peter Schütten und Thomas „Tommy“ Richard Engel). Engel spielte bei den The Luckies und Black Birds, danach Schlagzeug bei den Tony Hendrik Five , bevor er zu den Stowaways wechselte.

Erry StoklosaAuf Karnevalsbällen spielte diese Gruppe die Hits der Beatler, der Kinks und der Hollies, jedoch gab es auch Nachfrage nach Karnevalsliedern, und so entschloss man sich, auch auf Kölsch zu singen. Graham Bonney, mit dem die Band im Studio arbeitete, schlug ihnen vor, einen kölschen Titel aufzunehmen. Doch die Band wollte ihren guten Namen als Beat-Gruppe nicht riskieren und erfand den Namen De Bläck Fööss (Die nackten Füße) als Parallelnamen, weil er sowohl Kölsch als auch Englisch klang.

Die Kölner Plattenfirma Electrola veröffentlichte am 22. Oktober 1970 ihre erste Single Rievkooche-Walzer (Reibekuchen-Walzer) / Selverhuhzick (Silberhochzeit), von der lediglich 2.000 Exemplare umgesetzt wurden. Für ihren zweiten Titel Drink doch eine met (Trink doch Einen mit) / Mir drinken us einer Fläsch (Wir trinken aus einer Flasche) wurde zunächst von Plattenfirmen abgelehnt, weil diese englisch gesungene Texte bevorzugten.

Cornet Records produzierte zwei Langspielplatten mit den Bläck Fööss , im Jahr 1974 Op bläcke Fööss noh Kölle (Barfuß nach Köln) und 1975 Lück wie ich un du (Leute wie ich und Du). Der Erfolg der Gruppe in den Sälen und beim regionalen Plattenverkauf ermutigte Electrola, 1976 der Band einen Plattenvertrag anzubieten. Bald war die Gruppe bei Karnevalssitzungen und -bällen sehr gefragt, nur die konservativen Karnevalsgesellschaften waren zunächst durch das Äußere der Gruppe irritiert: langhaarig, in Jeans und barfuß, um dem neuen Bandnamen gerecht zu werden (was man später wegen der Verletzungsgefahr durch Glasscherben wieder aufgab), tauchten die Bläck Fööss mit E-Gitarren und tragbaren Verstärkern auf den traditionellen Karnevalsveranstaltungen auf.

Der Ex-Fööss: Tommy Engel


Tommy EngelThomas Engel ist Sohn von Richard Engel, „D'r Rickes“ war Mitglied der bekannten Kölner Mundart-Gruppe De Vier Botze. Eine 1963 begonnene Schornsteinfeger-Lehre brach er ab um anstatt dessen Schlagzeug zu lernen.

Tommy Engel hatte bis 1970 in verschiedenen, regional auftretenden Kölner Beatbands gespielt. Er gehörte den The Beat Stones an (Erry Stocklosa, Peter Schütten und „Tommy“ Engel). Danach spielte er bei den The Luckies und Black Birds , bevor er als Schlagzeuger bei den Tony Hendrik Five begann. Letzte Station waren die Stowaways , die sogar 1969 eine Single aufnahmen ( Die Liebe heißt Love / Lucy Lane ). Über den Interimsnamen Homburg entstanden dann 1970 die Bläck Fööss, die mit ihrer stilistischen Vielseitigkeit überregional bekannt wurden. Bis 1994 war Engel ihr Frontmann, hatte aber bereits 1990 keine Lust mehr auf den Karneval und trat in der Karnevalszeit nicht mit den Fööss aus. Im Jahre 1994 kam es dann zur endgültigen Trennung. Tommy kümmerte sich in der Folgezeit um seine Projekte, unter anderems seinem Projekt L.S.E.

Zwar glaubten viele Menschen, daß mit der Trennung von Tommy Engel 1994 das Ende der Bläck Fööss bevorstünde, mit Kafi Biermann wurde jedoch schnell Ersatz für den ausgeschiedenen Frontmann gefunden.

Interessante Links


BlaeckFoeoess.de
Die offizielle Seite der Bläck Fööss bietet jede Menge Informationen zur Band.